www.cheops-pyramide.ch Copyright 2006 Franz Löhner und Teresa Zuberbühler

Steine für die Cheops Pyramide (Khufus Pyramide)

Die Steine im Innern der Pyramide

Methoden von Franz Löhner

Auf dieser Seite geht es darum, was beim Verlegen der inneren Steine beachtet werden musste und wie ein möglicher Ablauf aussehen könnte, wenn Löhners Seilrollen verwendet werden.
Innere Steine - Arbeitsablauf Verlegen - Möglicher Ablauf - Vergleich Lehrmeinung - Bedeutung von Verband und Verfugung - Steinverband - Äussere Steine und nachfolgende Schicht - Geleise auf dem Pyramidenplateau - Geeigneten Steine - Was hat man gefunden?

 

Die inneren Steine

Der Grossteil der Pyramide besteht aus Kalksteinen, die in den nahen Giza-Steinbrüchen abgebaut wurden. Diese Steinblöcke wurden für das Kernmauerwerk verwendet, die äusseren Steine bestehen aus einem speziell schönen, weissem Tura-Kalkstein.

Die inneren Steine darf man sich nicht völlig gleichartig vorstellen wie bei Holzklötzchen aus einem Kinderbaukasten. Aber die Planung ist einfacher, wenn ein Grossteil der Steine gleiche Abmessungen aufweist, wobei natürlich einzelne Steine bei Bedarf in ihren Abmessungen abweichen müssen.

Grundsätzlich waren die Steine einer Steinschicht auch gleich hoch, nach Plan liess man aber immer wieder einige Steine von einer Lage in die darüberliegende hineinragen, zwar nur um einige Zentimeter, aber das genügte, um eine noch bessere Stabilität zu erreichen [2].
Höhe aller Steinschichten der Cheops-Pyramide

Allein der grosse Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht in Ägypten (50° am Tag und 8° nachts) macht eine exakte genaue Anpassung der einzelnen Steine, auch der inneren Pyramidensteine unbedingt notwendig. Durch eben genannte Temperaturunterschiede würden die Steine ansonsten sehr stark arbeiten, was eine grosse Instabilität der Pyramidenstruktur zur Folge hätte. Der oft genannte Kalkmörtel würde das nicht verhindern.

Die Steine sind nach Mass zugehauen und werden so verlegt, dass sich alle senkrechten Fugen (Stossfugen) in der nächsten Schicht nicht wiederholen sondern um mindestens einen Viertel der Steinlänge versetzt sind. Das heisst, der Baumeister hatte auch für die inneren Steine einen genauen Verlegungsplan, der diese Grundsätze exakt beinhaltete.

So müssen ganz besonders die äusseren sogenannten Verkleidungssteinen nach den Regeln der Baukunst mit den inneren Steinen verzahnt werden, denn nur so werden sie auf Dauer ihren Platz behalten können (siehe oberen Teil der Chefren-Pyramide).

 

Arbeitsablauf Verlegen der inneren Steine

1. Grundsätzlich wird in horizontalen Lagen verlegt (Zum Teil besteht noch die Meinung, dass die Cheops-Pyramide in Schalenbauweise errichtet wurde)
2. Neu Mit Einsatz der Seilrolle ist es möglich auf allen vier Seiten der Pyramide Steine hochzutransportieren. Mindestens bis zu einem Drittel Höhe werden deshalb soviel Gleisanlagen wie möglich in Betrieb genommen.
3. Neu Zuerst werden die vier Ecksteine wenn möglich gleichzeitig verlegt, weil damit exakt die Pyramidenneigung und der innere Verbund vorgegeben sind [3]. Danach auch einen Teil der Kante (Lehrmeinung = Kante wird anfangs verlegt, da die Steine aber nicht abgeschrägt sind, kann so die richtige Ausrichtung schlecht kontrolliert werden)
4. Sinnvoll ist es, die Steinlage von einer Seite zu den anderen nach Plan zu verlegen und nicht von innen nach aussen (Lehrmeinung = mit Rampen kann sowieso nur von einer Seite her verlegt werden)
5. Dazu werden Geleise auf dem Pyramidenplateau verlegt, die beweglich sind und bei Bedarf jeweils verschoben werden. Wenn möglich werden die Schlitten auf geraden Strecken transportiert und möglichst wenig mit Hebeln bewegt.
6. Neu Die Gleisanlagen müssen in konstantem Betrieb gehalten werden, deshalb werden sobald eine neue Steinschicht gelegt ist, sofort die Geleise verlängert und die Seilrollen entsprechend platziert.
7. Neu Das heisst, dass während die eine Steinschicht verlegt wird bereits an einer Seite mit der nächsten Schicht begonnen werden kann. Das macht eine überaus exakte Vermessung und Planung notwendig (Lehrmeinung = mit Rampen kann sowieso nur an einer Schicht gearbeitet werden und bevor die nächste Schicht verlegt wird muss zuerst die Rampe erhöht werden)

 

Möglicher Ablauf

Mit Franz Löhners Gleisanlagen mit Seilrollen lassen sich alle vier Seiten der Pyramide zum Transport der Steine benützen. So lohnt es sich sogar Geleise auf der nördlichen Pyramidenflanke zu bauen, obwohl diese am weitesten von den Steinbrüchen entfernt ist. Es ist einfacher, die Steine am Fuss der Pyramide auf die gewünschte Seite zu bringen, als sie auf dem immer kleiner werdenden Pyramidenstumpf zu bewegen.

Im untersten Drittel ist es deshalb sicher sinnvoll, alle vier Seiten der Pyramide auch zu benutzen. Das geht bedeutend schneller, ist aber auch anspruchsvoller, weil es Phasen geben kann, während denen an zwei Schichten gleichzeitig gearbeitet wird! Die Gänge und Kammern erschweren zusätzlich die Organisation des Baus denn um die Baustellen in der Mitte muss herummanövriert werden. Der Baumeister hatte deshalb auch für die inneren Steine auf jeden Fall einen genauen Verlegungsplan!
Schwerlastenaufzug mit Gegengewicht für die riesigen Granitriegel

Unsere Überlegungen:

  • Grundsätzlich wird in horizontalen Lagen verlegt
  • Die Serie von fünf Gleisanlagen ist jeweils in der Mitte der Pyramidenflanke dicht zusammen installiert, so dass an den Ecken genug Platz bleibt, um zu bauen
  • Die südlichen Gleisanlagen sind dem Steinbruch am nächsten und sollten deshalb wenn möglich fast ununterbrochen in Betrieb sein. Deshalb werden die Steine zuerst in den Ecken (Kontrolle der Pyramidenform) und dann von Norden nach Süden verlegt
  • Die nördliche Seite der Pyramide ist am weitesten von den Steinbrüchen entfernt. Auf einer einzigen Gleisanlage werden hier die äusseren Tura-Steine hinauftransportiert und von hier aus werden nur die wichtigen Ecksteine und die äussersten zwei Reihen verlegt (abgeschrägter Aussenstein und der dahinterliegende Stützstein der sog. backing stone)
  • Wenn man kann, wird auch an zwei Steinschichten gleichzeitig gearbeitet, aber immer wird zuerst über die Ecken und Kanten die Form und Abschrägung der neuen Schicht kontrolliert.
  • Alle paar Schichten wird nur eine Schicht fertig gebaut und dann wird der Pyramidenstumpf exakt ausgemessen, um zu kontrollieren, ob er überall gleich hoch ist. Stellt man Unterschiede fest, so wird bei der nächsten Schicht ausgeglichen (siehe weiter unten)
  • Möglicherweise sind auch an ein oder zwei Seiten der Pyramide Schwerlastenaufzüge für die riesigen Steinblöcke installiert. Wahrscheinlich am besten an der östlichen Seite (Nähe des Hafens) und evt. an der nördlichen Seite (Kalksteinblöcke für den Eingang - hier behindert der Aufzug ausserdem nicht die übrige Bautätigkeit)

Die untenstehenden Illustrationen zeigen einen möglichen Ablauf, natürlich ist es auch denkbar, dass dieser ganz anders ausgesehen hat.

1) Je fünf Seilrollenstationen sind an drei Kanten installiert, im Norden nur eine einzelne Station (oder zwei). Zuerst werden die vier Ecksteine wenn möglich gleichzeitig verlegt, weil damit exakt die Pyramidenneigung und der innere Verbund vorgegeben sind.

2) Auf der nördlichen Seite wird die Kante verlegt und die südlichen Ecken verlängert (abgeschrägter Aussenstein und der dahinterliegende Stützstein sog. backing stone). Um die Seilrollenstationen muss genug Platz zum Manövrieren gelassen werden. Die Gleisanlage im Norden wird um die Höhe einer Steinschicht verlängert () und die Seilrollenstation auf der Kante installiert.

3) An die Kanten und in die Ecken werden nun von Süden, Osten und Westen her grosse Mengen von Steinen so verlegt, dass sie dicht anschliessen. An der nördlichen Seilrollenstation werden die Ecksteine für die nächste Schicht hochtransportiert.

4) Immer mehr Gleisanlagen werden um eine Schicht verlängert () und die Seilrollenstationen wieder installiert, damit gleichzeitig an zwei Schichten gearbeitet werden kann. Sobald es geht werden auch auf der zweiten Schicht die vier Ecksteine verlegt und so die exakte Form und Ausrichtung der Pyramide genauestens kontrolliert.

5) Nur noch auf der südlichen Seite (1 bis 3 Geleise) werden Steine für die untere Schicht transportiert, alle andern Anlagen liefern bereits Steine für die darüber liegende Schicht und zwar hin zu den Ecksteinen. Zu empfehlen ist, zum Abschluss der unteren Schicht auch zuerst die Kante zu legen und die allerletzten Steine dahinter von der oberen Schicht her in die noch bestehenden Vertiefungen hinunter zu lassen (Abbildung C).

6) Die untere Schicht ist fertig gebaut und die obere Schicht auch schon recht fortgeschritten und die nördliche Seilrollenstation könnten bereits zwei Ecksteine für die nächste Schicht liefern (die Situation entspricht etwa derjenigen auf dem 3ten Bild, nur eine Schicht höher).

 

Ein Vergleich mit Lehrmeinung

Pyramidenbau mit Rampen
Hier zeigt sich wieder eine Schwachstelle der Rampentheorien, denn mit einer Rampe - ob Seitenrampe oder Wendelrampe - kann nur von einer Seite her gearbeitet werden. Man müsste eine komplette Schicht verlegen, dann die gesamte Rampe erhöhen und könnte nun erst mit der nächsten Schicht beginnen. Die dabei auftauchenden Schwierigkeiten, die Pyramidenschräge zu bestimmen kommen noch dazu.
Bekannteste Rampenmodelle widerlegt

Rechnet man mit einer Bauzeit von 20 Jahren, so wird beim Bau der Cheops-Pyramide jede Minute 1 Steinblock mit einem Gewicht von ca. 2.5 Tonnen verarbeitet oder ca. 500 Steine pro Tag. Selbstverständlich ist es von Vorteil, wenn Anfangs noch mehr Steine verarbeitet werden können und dann später, wenn die Pyramide höher ist dafür die Arbeiter für den Bau der Tempelanlagen und des Aufwegs eingesetzt werden können. Auf einer einzigen Rampe ist es sehr schwierig bis unmöglich täglich 500 Bausteine hochzutransportieren! Deshalb ist bei einigen Rampenmodellen im unteren Viertel noch eine zweite Rampe im Betrieb. Aber auch so ist zu bezweifeln, ob die verlangte Menge von Steinen in der berechneten Zeit hinauftransportiert werden könnte.
Detail-Berechnungen zur Arbeitsleistung der Pyramidenbauer

Wieviele Arbeiter braucht es, falls Seilrollen verwendet werden? Dr. Heribert Illig und Franz Löhner kommen auf eine Gesamtzahl von 6'700 Mann, mit denen die Cheops-Pyramide in 20 Jahren gebaut werden kann (mit nur 5 Geleisanlagen insgesamt). Mit mehr Geleisanlagen und entsprechend mehr Arbeitskräften könnte die Pyramide wahrscheinlich auch in weniger Jahren (z.B. 10-17 Jahren) beendet werden.
Berechnung der Anzahl Beschäftigter für den Bau der Cheops-Pyramide

 

Bedeutung von Verband und Verfugung

Zur Zeit der Ägypter mussten Maurer und Steinverarbeiter noch viel harte Arbeit machen. Da wurde jeder einzelne Stein milimetergenau zugerichtet und so exakt geschliffen, dass sich die Steine in den Fugen fast vollflächig berührten. Man kannte keine Mörtelfuge. Es ist nämlich nicht der Mörtel, der das Mauerwerk zusammenhält, sondern die Verbundwirkung, und diese resultiert aus dem Steinverband. Dieser ist also das Schema, nach welchem die Einzelsteine in Schichten versetzt werden. Hierdurch entsteht eine Verzahnung aller Mauersteine in vertikaler und horizontaler Richtung, sowohl in der Ansichtsfläche als auch im Inneren des Mauerkörpers.

Als Grundregel gilt, dass sich alle senkrechten Fugen (Stossfugen) einer Steinschicht in der nächsten Schicht nicht wiederholen dürfen, sondern etwa um ein Viertel der Steinlänge versetzt sind. Der Zusammenhalt und die Tragfähigkeit jedes Mauerwerks erwächst aus der vollflächigen und dichten Berührung aller Steinflächen und dem sich daraus ergebenden Reibungswiderstand.

Die Mörtelfuge wurde erfunden, damit die gewichtigen Steinblöcke nicht mehr passgenau zugearbeitet werden mussten. Der Mörtel ist also kein Klebstoff, der die Steine zusammenkittet, sondern eine härtende Füllmasse. Im grösserem Stil wurde der Mörtel erst verwendet, als die Römer den Zement erfunden hatten. Der Gipsmörtel, der an der Aussenseite der Cheopspyramide verwendet wurde, hat nur optische Funktionen. Abbildung Fugen Westseite.

 

Steinverband

Bei zweischaligem Mauerwerk werden die Steine auch untereinander verzahnt - man spricht von Läufern und Binder, von Block- oder Kreuzverband. Steinverbund mit Läufer, Binder, Stossfuge und Längsfuge Als Läuferschichten bezeichnet man die in Längsrichtung der Mauer liegende Mauersteine, als Binderschichten die quer zur Längsrichtung liegende Mauersteine.
Die alten Ägypter haben noch kompliziertere Verbände gewählt. Sie benutzten gerne auch schräge Fugen oder trapezförmige Zuschnitte, um den Bau optimal gegen Spannungen und Rissbildungen zu schützen. Unregelmässige, verzahnte Winkelfugen dienten demselben Zweck [3]. Man weiss, dass sie auch immer wieder Steine von einer Lage in die darüberliegende hineinragen liessen, zwar nur um einige Zentimeter, aber das genügte, um eine noch bessere Stabilität zu erreichen [2].

Mauer mit Blockverband

Mauer im Blockverband
Der Blockverband ist ein Mauerwerksverband bei dem paarweise vermauerte Läuferschichten mit Binderschichten abwechseln. Das heisst, eine Schicht besteht aus lauter Läufer (oberste Schicht), die andere aus lauter Binder (die zweitoberste Schicht).
Die Steine sind zweimal so lang wie breit.

Mauer mit Blockverband

Mauer im Kreuzverband
Auch beim Kreuzverband wechseln sich die Binder- und Läuferschichten ab. Im Gegensatz zum Blockverband sind jedoch auch die Läuferschichten zueinander versetzt. Somit sind die Stossfugen (senkrechte Fugen) der Binderschichten übereinander angeordnet, während die Stossfugen der Läuferschichten um eine halbe Steinlänge versetzt sind.

Während bei einer Mauer eine Schicht oft nur aus Läufern oder nur aus Binder besteht (siehe Abbildung oben), bestehen bei der Pyramide alle Schichten sowohl aus Läufern als auch aus Binder.
Fläche aus verschieden langen Läufern Fläche aus verschieden langen Läufern
Dies ist eine Möglichkeit, wie die Steine für eine grosse Fläche verlegt werden können, etwa auf einer Pyramide. Die Steine einer Schicht sollten in der Höhe und Breite nicht variieren, dürfen aber verschieden lang sein.
Die Fugen sind gegeneinander um mindestens einen Viertel versetzt.
Fischgrätverband Fläche mit Läufern und Binder
Hier wird eine Fläche, die aus Läufern gleicher Höhe und Breite besteht mit einzelnen grossen Bindern verstärkt und verzahnt. Diese Binder sind gleich hoch wie die andern Steine, müssen aber exakt zwei- oder dreimal so breit wie eine Läuferschicht sein. Ihre Breite kann variieren. Die Fugen sind gegeneinander um mindestens einen Viertel versetzt.
Versetzter Verband aus Läufern Versetzter Verband aus Läufern
Die Schichten bestehen nur aus Läufern, die gegeneinander jeweils um die Hälfte versetzt sind. Die darunterliegende Steinschicht ist gleich aufgebaut, aber gegenüber der oberen Schicht ebenfalls versetzt.
Auf der Illustration sind zur Vereinfachung Steine mit gleichen Ausmassen eingezeichnet. Sie könnten aber auch in der Länge variieren.
Versetzter Verband aus Läufern und Bindern

Versetzter Verband aus Läufern und Bindern
Die oberste Schicht besteht aus Läufern, die jeweils um die Hälfte versetzt sind. Die darunterliegende Steinschicht ist versetzt und besteht aus Bindern, die das gleiche Muster haben. Beim Verlegen wird darauf geachtet, dass sich die Stossfugen (senkrechte Fugen) nicht wiederholen.
Die Steine einer Schicht sollten in der Höhe und Breite nicht variieren, dürfen aber verschieden lang sein.

Ecke mit Läufern und Binder Ecke mit Läufern und Binder
Dieser Verband wechselt an der Ecke von Läufern zu Binder. Bei der Pyramide wurden hier spezielle Ecksteine verwendet, denn es galt ausserdem noch die Schräge der Pyramidengrate zu legen.
Hier zeigt es sich wieder, dass jede Ecke besonders genau geplant werden muss.
Informationen zu Spezialsteinen
Fischgrätverband Fischgrätverband
Dieser Verband wird viel für Kacheln und Platten verwendet. Damit er funktioniert müssen die einzelnen Steine oder Kacheln exakt gleich gross und genau zweimal so lang wie breit sein. Dieser Verband ist sehr stabil aber zu kompliziert, um bei der Pyramide angewendet zu werden.

 

Die äusseren Steine und die nachfolgende Schicht

Die äusseren Steine der Pyramide bestimmen durch ihre Form und Abschrägung (51.83° Neigungswinkel) die Form der Pyramide. Aber auch der nächste Stein hinter dem äusseren Schrägstein wurde besonders genau angepasst, denn er soll die horizontale Verzahnung mit den inneren Steinen bewerkstelligten und den absolut sicheren Sitz der äusseren Steine garantieren. Diese dahinter liegenden Steine, sogenannte "backing stones" (Hinterstein oder Stützstein), dienen auch als Auflageblöcke für die nächste Steinlage. Aussensteine und Hintersteine zusammen können bis zu 5 Meter tief in den Pyramidenkörper hineinragen, sie sind also integraler Bestandteil der Pyramide und nicht etwa zwiebelschalenartig auf ihr draufgesetzt.
Äussere Steine - Glättung von unten nach oben?

Gerade die Randschichten müssen streng im Verband und ohne irgendwelche Hohlräume gebaut werden. Deshalb müssen die Verkleidungsblöcke (äusseren Tura-Steine) zuerst verlegt werden und das Mauerwerk von hinten, also vom Innern der Bauterassen her an sie herangeschoben werden (A). Dies geht am besten von einer festen Arbeitsfläche her.

Nun wird die Schicht bis fast zur gegenüberliegenden Kante hin aufgebaut (B). Die Kante wird nun ganz genau verlegt und die wenigen letzten Steine von oben in die Lücke hineingeschoben (C). Dies ist, obwohl es schwierig ist und die Steine passgenau geliefert werden müssen, einer Verlegung von aussen (D) her vorzuziehen. Sonst müssten Steine in die Lücken von aussen her hineingeschoben werden. Der Hauptgrund ist, dass eine genaue Verlegung der Kante gewährleistet werden muss, da diese Steine die äussere Form der Pyramide vorgeben.

Praktisch darf diese Vorgangsweise nur geringfügig verlassen werden [6]. Man kann also nicht in der Mitte der quadratischen Baufläche anfangen und die Steine von allen Seiten her anschliessen (E), so lassen sich die Kanten nicht kontrollieren. Auch eine Verlegung der Steine von zwei Seiten gegen innen (F) sollte keinesfalls in Betracht gezogen werden, da sonst die Steine immer von oben her in die Lücken hinuntergelassen werden müssten.

Illustration [5]: Unterste Schichten der Cheops-Pyramide: 1 = Basaltpflaster / 2 = Sockel / 3 = abgeschrägte Tura-Steine (1. Schicht ca. 150cm hoch) / 4 = dahinterliegende Kalksteine aus dem Giza-Steinbruch, sogenannte "backing stones" (Stützsteine) / 5 = zweite Steinschicht, nur noch Kalksteine vorhanden / gestrichelte Linie = Standspuren der darüberliegenden Steine

 

Geleise auf dem Pyramidenplateau

Es war überaus wichtig, dass die Arbeit auf dem Pyramidenplateau reibungslos und wohl koordiniert ablief. Die Steine, mussten in einer genau geplanten Reihenfolge angeliefert werden, der Weg bis zu ihrer Position musste frei von Hindernissen sein. Keine Zeit durfte verschwendet werden, schliesslich kam jede Minute ein Stein oben an.
Detail-Berechnungen zur Arbeitsleistung der Pyramidenbauer

Die Schleppmannschaften ziehen nun den Schlitten samt Stein auf dem Geleise auf dem Pyramidenplateau bis zum Ort, der für diesen Stein vorgesehen ist. Erst jetzt wird der Stein vom Schlitten hinuntergeholt und exakt an seinen Platz gehebelt.

Die Geleise auf dem Plateau lassen sich zu diesem Zweck verschieben, so dass leicht die ganze Oberfläche erreichbar ist. Obwohl das Plateau relativ flach ist, ist es auch hier nicht sinnvoll, die Steine auf dem Boden zu ziehen, zur Reduktion der Reibung werden sie auf Geleisen gezogen. Auf ebenem Boden (mit Geleisen) braucht es für einen 2.5-Tonnen-Block nur 12 Schlepper.
Berechnungen zu Reibung, Zugkraft und Kraftaufwand (H. Illig / H.U. Niemitz)

Der Schlitten wird nun zurück zur Kante gebracht und an einem Seil hängend zum Fuss der Pyramide hinuntergelassen. Er wird zurück zum Steinbruch gebracht, wo der nächste Stein darauf festgezurrt wird und die nächste Fahrt beginnt.
Gleisanlage mit Seilrollenstation auf der Pyramidenflanke
Details Schlitten, Geleisen und Schleppvorrichtung

Zu bemerken wäre noch, dass besonders lange Steine (Binder), die tief in die inneren Steinschichten hineinreichen, auch anstatt der Länge nach auch der Quere nach mit dem Schlitten hinaufgezogen werden können. Ebenso Steine, die auf dem Pyramidenplateau noch zu Positionen rechts und links der Seilrollenstation gezogen werden mussten, konnten gegebenenfalls der Quere nach hochgezogen werden. Sie mussten dann auf dem Pyramidenplateau nicht mit Hebeln um 90° gekehrt werden, was ein grosser Zeitgewinn brachte.

 

Die geeigneten Steine für die Pyramide

Der Stein, der für den Bau der drei Giza-Pyramiden verwendet wurde ist ein graugelber, grobfossiler Nummelitenkalkstein (Art von Globiberginen-Kalkstein) und gehört zum so genannten Mokattam. Die Giza-Steinbrüche liegen nur wenige hundert Meter in südlicher Richtung vom Bauplatz der Cheops-Pyramide entfernt. Zusätzlich wurden jeweils auch die Steine aus dem Plateau um die Pyramiden selbst als Steinliefergebiet verwendet [1].

Steinbrüche im  Giza (Giseh) Plateau, Ägypten 


Orange = Kalksteinbrüche auf der Giza-Ebene. Gestrichelte Linie = Hafenanlagen, deren genaues Aussehen nicht bekannt ist.

Die äusseren Steine der Cheops-Pyramide bestehen aus Tura-Steinen. Dieser ist ein besonders schöner weisser Kalkstein und stammt aus Steinbrüchen südöstlich des Giza-Plateaus auf der andern Seite des Nils. Tura-Kalkstein ist sehr weich und man kann ihn leicht bearbeiten, er härtet jedoch nach einer gewissen Zeit an der Luft nach. Dieser Stein wurde von den alten Ägyptern hoch geschätzt und neben der Aussenhaut der Pyramide auch für Statuen verwendet. Auch die Araber schätzten den Stein und verwendeten ihn für den Bau von Moscheen, wobei sie auch die äusseren Steine der Grossen Pyramiden wegtransportierten.
Steinbrüche im alten Ägypten

Die Lehrmeinung sagt, dass die Steine auf der Pyramide zugerichtet wurden. Dies ist absurd, denn es gibt keine guten Gründe, weshalb man das erst dort machen sollte. Im Gegenteil, es ist sehr wichtig, dass die Steine bereits in den Steinbrüchen und nicht auf der Pyramide nach Mass zugehauen wurden. Um die gewünschte Genauigkeit vor allem der äusseren Steine mit dem wichtigen gleichbleibenden Neigungswinkel zu erreichen braucht es genug Arbeitsraum, um den Stein von allen Seiten her bearbeiten zu können. Dazu ist auf dem immer enger werden Pyramidenplateau schlichtwegs nicht genug Platz. Auf dem Pyramidenplateau sollten die Steine nur noch verlegt werden und noch die äusseren Steine poliert werden. Das ist auf der immer kleiner werdenden Oberfläche schon schwierig genug!
Illustration Zurichten der Steine gemäss Ägyptologen
Äussere Steine - Glättung von unten nach oben? (Was dagegen spricht, die Steine erst auf der Pyramide zuzurichten)

Deshalb müssen diese Steine nach Mass bestellt, zugehauen und nach genauem Plan geliefert werden. Auch die Verfugung muss geplant werden. Die behauenden Steinmetze müssen rechtzeitig vor der Verlegung wissen, wohin jeder Stein zu liegen kommt, müssen die ihn umgebenden Steine kennen. Wurde unachtsam ein Block daraufgelegt, konnte es zu Spannungen im Bauwerk, zu Materialbruch führen, wie sich denn auch die Pyramide insgesamt um etliche Zentimeter gesetzt zu haben scheint. Deshalb wurden die Blöcke im Bauhof nach einem genauen Lageplan zugerichtet, gekennzeichnet (Graffiti Abbildung), gelagert, in der richtigen Reihenfolge auf den Bau transportiert und an der vorgesehenen Stelle eingesetzt.
Die Bauhütte auf dem Giza-Plateau

 

Was hat man gefunden?

Die Höhe der Steinschichten bei der Cheops-Pyramide zeigen uns, dass für eine Schicht jeweils Steine mit gleicher Höhe verwendet wurden. Untersuchungen der Ecken haben ergeben, dass sich die Dicken der Schichten bei der Nordost- und der Südwest-Ecke der Pyramide zum grössten Teil nur um wenige Zentimeter unterscheiden. Die grössten Unterschiede zeigen sich in den ersten 15 Schichten, wo um den Felsenkern herumgebaut wurde und dann nochmals auf Höhe der Decke der Königskammer (Schicht 58-59). Der maximale Unterschied ist bei der 12ten Schicht, und beträgt 10.9 cm [7]. Diese Unterschiede werden jedoch bis auf eine Genauigkeit von etwa 1cm in den nachfolgenden Schichten ausgeglichen.
Höhe aller Steinschichten der Cheops-Pyramide

Die Ausrichtung der Steine innerhalb einer Steinschicht lässt sich unter anderem bei den untersten Schichten der Cheops-Pyramide feststellen (siehe Abbildung oben), die Steine sind von allen vier Seiten her jeweils von der Kante her als Binder gelegt [5], also Steine, die in den Pyramidenkörper hineinragen. Das heisst aber nicht, dass jede Steinschicht genau so ausgerichtet ist. Schliesslich wurde hier an den Felsenkern herangebaut. Fotographien der heute sichtbaren obersten Steinschicht der Cheops-Pyramide (Abbildung) zeigt ebenfalls einige Steinreihen, die von einer Seite her als Binder mit gleicher Höhe und Breite aber verschiedener Länge verlegt sind.

An den erwähnten Stellen kann man aber ebenfalls beobachten, dass die alten Ägypter noch kompliziertere Mauerverbände wählten, etwa schräge Fugen und trapezförmige Zuschnitte. Diejenigen Teile, die besonders stabil sein mussten, zum Beispiel die Spitze der Pyramide mit dem Pyramidion wurden sorgfältigst geplant und die Steine untereinander verzahnt. Dazu wurde unter anderem auch ein Zapfen gehauen, der in eine Vertiefung in der darunterliegenden Stein passte. Noch gut sichtbar ist dies bei der Chefren-Pyramide, wo an der Spitze nur wenige Schichten fehlen (Abbildung).

 

Quellen

[1] J. Röder Zur Steinbruchgeschichte des Rosengranits von Aswan
[2] D. Arnold Building in Egypt
[3] G. Goyon Die Cheops-Pyramide (Anhang II)
[4] W. Petrie The Pyramids and Temples of Gizeh Kap. 6
[5] L. Borchardt Längen und Richtungen der vier Grundkanten der grossen Pyramide bei Gise
[6] O. Riedl Die Maschinen des Herodot
[7] Corrected Great Pyramid Course Elevations (nach Angaben von W. Petrie) - Webseite

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